Pressemitteilung

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Rosenheims Zivilgesellschaft organisiert Demonstration gegen eine rechte Kundgebung

Erneute Proteste gegen rechte Hetze

Auf extrem rechten Internetseiten wird für Samstag, den 21. September erneute eine Kundgebung mit dem Hassredner Michael Stürzenberger in Rosenheim angekündigt. Der antimuslimische Rassismus soll aber auch diesmal nicht unwidersprochen bleiben. Wie bereits im Juli rufen wieder zahlreiche Organisationen, Parteien und Vereine1 aus der Rosenheimer Zivilgesellschaft zu einer Gegendemonstration unter dem Motto „GEMEINSAM GEGEN RECHTE HETZE! #2“ auf.

„Kommt am 21. September um 10:30 Uhr zur antirassistischen Demonstration am Rosenheimer Bahnhof! Von dort aus werden wir gemeinsam zur rechten Kundgebung ziehen, um Stürzenberger zu zeigen, was wir von ihm und seiner rassistischen Hetze halten!“ heißt es wörtlich in dem von „Rosenheim nazifrei“ verbreiteten Aufruf. Damit versucht „Rosenheim nazifrei“ an die erfolgreichen Proteste gegen die Kundgebung des mehrfach vorbestraften Münchners im Juli anzuschließen. Damals gingen hunderte Rosenheimer*innen lautstark auf die Straße und sorgten dafür, dass von den stundenlangen Hassreden Stürzenbergers wenig zu vernehmen war.

Teile der Anhänger Stürzenbergers, stellten damals ihre rechtsextreme Gesinnung auf der Kundgebung offen zu Schau. So trugen Teilnehmer neben T-Shirts eines Modeversands der rechtsextremen „Identitären Bewegung“2 auch Kleidung mit neonazistischen Inhalten wie ein leicht abgeändertes Zitat aus einer Rede Joseph Goebbels3.

Stürzenberger selbst hetzt seit Jahren unter unterschiedlichsten Labels („Pegida München das Original“, ,,Bürgerbewegung Pax Europa“ (BPE), „PI News“, „Die Freiheit“…) gegen Menschen, die er dem muslimischen Glauben zuordnet. Die von ihm prognostizierte angebliche „Islamisierung des Abendlandes“ ist nach Meinung von Experten ein rechter Kampfbegriff, der die bloße Anwesenheit von Muslim*innen zum Problem erklärt. Dies wird auch von den Gegendemonstrant*innen kritisiert. In dem Aufruf zur Gegendemo heißt es weiterhin: „Verallgemeinernde Begriffe wie „der Islam“ und „die Muslime“ grenzen Menschen bewusst aus der Gesellschaft aus. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (wie u. a. die Islam- und Muslimfeindlichkeit), die sich zunehmend auch in gewalttätigen Übergriffen äußert, ist eine große Gefahr für unser Zusammenleben.“

Am Max-Josefs-Platz, dem voraussichtlich Ort der Abschlusskundgebung, wollen die antirassistischen Demonstranten „rechten Hetzern wie Stürzenberger & Co. zeigen, dass sie auch weiterhin in Rosenheim unerwünscht sind.“

Aktuelle Informationen, den Aufruf, Kopiervorlagen und die Unterstützerliste gibt es im Internet unter: https://nazifrei.rosenheim.tk

1Mit Stand 11.09.2019 – 20:00 Uhr unterstützen bereits 27 Organisationen den Aufruf. Die Zahl der Unterstützer*innen steig aber täglich. Die aktuelle Unterstützerliste finden Sie unter: https://nazifrei.rosenheim.tk/unterstuetzer/unterstuetzer-september-2019/

2Das getragene „Reconquista“ Shirt (https://nazifrei.rosenheim.tk/wp-content/uploads/sites/10/2019/07/48274824502_02f9274914_z.jpg) stammt aus dem einschlägigen extrem rechten Szeneversand „Phalanx Europa“ von Patrick Lenart und Martin Sellner. Wegen Sellners Verbindungen zum rassistischen Christchurch Attentäter Brenton Tarrant wird derzeit in Österreich gegen ihn wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Reconquista“ ist eine von der extrem Rechten „Identitären Bewegung“ verwendete Erzählung, wobei es um die „Rückeroberung“ Deutschlands und Europas von Muslim_innen geht.

3T-Shirts der wenigen Anhänger*innen Stürzenbergers trugen u.a.die Aufschrift „Ein Volk steht auf ein Sturm bricht los“ (Belegt durch ein Bild von Endstation Rechts – https://pbs.twimg.com/media/D_WsdW_XkAA4e2b.jpg). Angemerkt zum letzten T-Shirt-Spruch sei, dass dieser an die berüchtigte Sportpalast Rede von Joseph Goebbels vom 18. Februar 1943 angelehnt sein dürfte. Im Worlaut endete Goebbels Rede: „Nun, Volk, steh auf und Sturm brich los!“. Die „444“ ist ein rechter Zahlencode und steht für „Deutschland den Deutschen“.

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